Magazin
14.05.2010
Gründe genug also, sich mit diesem Thema eingehender zu befassen. Wir konzipieren, gestalten und programmieren seit vielen Jahren Unternehmens-Websites insbesondere für Dienstleister und beratende Berufe. Die Entwicklung der Nutzergewohnheiten im Web konnten wir so kontinuierlich mit verfolgen. Der Wunsch, zu finden statt zu suchen, ist ja nicht neu – jedoch hat sich der Weg zum Finden etwas verändert im Laufe der Jahre.
Zu erst möchten wir trotzdem darstellen, was geblieben ist und auch heute noch zur guten Usability zählt:
Web-Usability heute: Was hat sich verändert?
Internetnutzer lesen bereitwillig auch längere Texte, insofern sie wirklich relevante Informationen enthalten.
Es werden umfangreichere und aktuelle Inhalte als Beweis von Kompetenz und Engagement sogar erwartet: weit entfernt von „Das Wichtigste hier nun in 5 Sätzen und wenn Sie mehr wissen wollen, dann rufen Sie uns doch an.“ ;-)
Webseiten werden daher länger: aufgrund der oft sehr großen Monitore und des einfachen Scrollens über das Scroll-Rad der Mouse, ist das Betrachten von längeren Seiten bequem geworden. Internetuser bevorzugen jetzt oft das Scrollen nach unten gegenüber Verlinkungen zu weiteren Informationen.
Der alte Grundsatz „3 Klicks zur gewünschten Information“ gilt nicht mehr in jedem Falle.
Internet-User haben sich an den Umgang mit Websites gewöhnt und sind im Web wissbegieriger aber auch geübter geworden: Wenn sich die Information lohnt, darf der Weg auch mal weiter sein. Nutzen Sie das, um auf der Wegstrecke Meilensteine mit wichtigen Botschaften zur Erleichterung der Auswahl des nächsten Klicks zu bieten. Dies ermöglicht Ihnen, Einzelseiten mit sehr differenzierten und exakt auf einzelne Leistungen zugeschnittenen Inhalten zu platzieren.
Große Drop-Downs in der Hauptnavigation
Sie gewähren per Mouseover insbesondere bei sehr umfangreichen Websites einen guten Überblick zu allen von diesem Menüpunkt erreichbaren Inhalten. Sie ersparen zusätzliche Klicks auf Übersichtsseiten.
Header
Der obere Bereich Ihrer Website zieht nach wie vor die größte Aufmerksamkeit des Betrachers auf sich. Hier sollten die wichtigsten Informationen platziert werden. Um diese Fläche besser auszunutzen, gibt es inzwischen aber verschiedene Techniken, die es ermöglichen, auf engem Raum mehr Informationen anzuwählen und dabei dennoch klar und übersichtlich darzustellen.
Footer
Der untere Bereich im Internetauftritt wird heute verstärkt genutzt. Hier können Sitemaps und Links zu Zusatzinformationen und Standards (Impressum, Datenschutz, Copyright, Kontakt, Start usw.) untergebracht werden. Es empfiehlt sich, einen prägnanten Bereich im Footer zu gestalten für Links zu Informationen, die zwar von jeder Webseite Ihres Internetauftrittes erreichbar sein sollen, aber nicht zum Kern Ihrer Unternehmenspräsentation zählen. In Frage kommen hier beispielsweise Seiten mit Tipps & Links, Downloads, Blogs, Fach-Kommentaren, Glossar und ähnlichem. Insbesondere falls diese zu umfangreich sind um sie in einem festen Randbereich Ihrer Website unterzubringen.
Gut durchdachte und moderne Usability: die Website vom Weißen Haus
Ein prominentes Beispiel für die gelungene Umsetzung aktueller Usability-Gesichtspunkte ist die Website vom Weißen Haus, obgleich wir das Weiße Haus natürlich nicht als Unternehmen sehen – keine Sorge - und diese Website auch nicht von uns erstellt wurde. Aber man muss ja auch mal die gute Arbeit anderer Webdesigner bemerken und anerkennen… Ein weiterer Grund, warum wir ausgerechnet diese Website als Beispiel nennen und eben nicht die Homepage von Firma Schmitz-Backes ist natürlich, dass Sie als Leser sicher eher geneigt sind, unsere Ausführungen hinsichtlich Usability als "richtig" zu erachten, wenn diese sogar im Konzept der Website vom Weißen Haus Anwendung finden ;-)
www.whitehouse.gov
Schauen Sie sich die Website doch mal an und achten Sie auf Drop-Down Menüs, lange Seiten mit klassisch redaktionellem und typografischem Textaufbau und auch die Inhalte im Footer. Die Website vom Weißen Haus ist zugegeben extrem umfangreich – das begegnet uns bei der Umsetzung von Corporate-Websites so ausgeprägt natürlich nicht oft. Aber trotz des großen Umfanges ermöglicht der Aufbau nach den oben skizzierten Kriterien eine recht gute Benutzerführung und dient uns hier als prominentes Positiv-Beispiel für gute Usability im Web.
Unsere eigene Website 2004 bis 2007
Getreu dem Grundsatz "Bloß nicht viel Text" und "Um Gottes Willen nicht scrollen" sah auch unsere eigene Website damals ganz anders aus als heute. Es genügten klar formulierte und deutlich sichtbare Links zu unseren Leistungsbereichen und eine übersichtliche Hauptnavigation auf der Startseite. Mehr Informationen enthielt unsere Startseite tatsächlich nicht. Und das reichte für viele Besucher um neugierig auf die weiteren Inhalte zu sein. Heute ist das mit solch dürftigen Textinformationen kaum noch möglich. Von einer guten Suchmaschinenplatzierung mal ganz zu schweigen – diese erreichen Sie aus OnSite-Betrachtung heute primär durch umfangreichen und keyword-relevanten Content. Nur drei Sätze bringen Sie mittlerweile nicht mehr weiter…
Ein Artikel von Sonja Radke
Köln, im April 2010

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